Während am Sonntag angesichts von Temperaturen nahe der 30-Grad-Marke die meisten Menschen in der Region körperliche Anstrengungen weitgehend vermieden haben dürften, stellten sich beim Quarterman in Bruchköbel insgesamt rund 500 Athleten der Hitze und riefen sportliche Höchstleistungen ab. Bei den Männern gab es dabei einen Überraschungssieger, während bei den Frauen eine Triathletin ihr Abonnement auf den Titel verlängerte.

Nach 2:19:26 Stunden kam Julia Ertmer (DSW Darmstadt) schließlich im Bruchköbeler Schwimmbad ins Ziel, nachdem sie vorher 950 Meter schwimmend, 45 Kilometer auf dem Rad und zehneinhalb Kilometer auf der glühend heißen Laufstrecke absolviert hatte. Ihre Konkurrentinnen hatte Ertmer bis dahin deutlich distanziert, denn die Zweitplatzierte Marina Sauer vom Team Memmert hatte im Ziel beinahe zehn Minuten Rückstand, Tina Lucas von EOSC Offenbach lief in 2:36:42 Stunden auf Platz drei. Ertmer sicherte sich damit den Titel-Hattrick, denn bereits in den beiden Vorjahren hatte die Triathletin, die lange Jahre für den TV Bad Orb gestartet war, in Bruchköbel triumphiert.

Bei den Männern war Jannik Trunk zunächst hoch gehandelt worden, der Sieger von 2017 stürzte auf der Radstrecke jedoch nach einer Kollision. Trunk hatte zwar noch Glück im Unglück und konnte mit Abschürfungen den Triathlon beenden, eine Platzierung in den Top fünf war dadurch jedoch außer Reichweite geraten. Die andere in den Unfall verwickelte Triathletin musste mit einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, bei ihr bestand Verdacht auf eine Fraktur. „Zum Glück war das der einzige größere Zwischenfall“, zeigte sich Quarterman-Sprecher Raffael Berger erleichtert. Trunks Malheur wusste vor allem Simon Huckestein vom EJOT Team TV Buschhütten zu nutzen, der bei den Männern in 2:05:29 Stunden vor Michael Lik gewann, der im Ziel 40 Sekunden Rückstand hatte. Dritter wurde Bernhard Gabriel von Optimum Sportbrillen, der ebenfalls deutlich unter 2:10 Stunden blieb. „Huckestein hatte vorher keiner so auf dem Zettel“, meinte Berger zur starken Leistung des Überraschungssiegers. Bei der Staffel setzte sich derweil das Team Dufner durch, das Razorback und Überschallknall Mittelbuchen auf die Plätze verwies.

Mit der großen Hitze hatten derweil alle der rund 500 Teilnehmer zu kämpfen: Während es auf der Schwimmstrecke naturgemäß keine Probleme gab und auf dem Rad der Fahrtwind für etwas Abkühlung sorgte, war die Laufstrecke extrem heiß. „Wir haben deshalb kurzfristig extra noch einmal Eis organisiert“, erzählte Berger; die Sportler wussten es den rund 100 Helfern zu danken und lobten die gute Organisation. Die Strapazen auf der Strecke konnte diese Fürsorge aber allenfalls etwas mindern: „Da es bisher ja eher kühl war und jetzt so plötzlich heiß geworden ist, hatten die Triathleten nur wenig Gelegenheit zum Akklimatisieren, die Hitze hat also allen sehr zugesetzt.“

Hitzschläge wie im Vorjahr gab es diesmal allerdings nicht, wie die Organisatoren zufrieden vermelden konnten, und auch die Zeitmessung verlief diesmal problemlos. „Im vergangenen Jahr hatten wir mit dem Zeitnehmer ja Probleme“, erinnerte Berger an gewisse Querelen im Vorjahr, nach dem Wechsel auf einen anderen Zeitnehmer habe es in diesem Jahr allerdings reibungslos funktioniert, sodass Athleten wie Zuschauer zeitnah über alle Zwischenstände informiert waren.

Aufmunterung: Der Kommentator schickt die 500 Ausdauer-Asse beim Quarterman Bruchköbel mit guter Laune auf die Radstrecke. Foto: Roland Adrian

 Hanauer Anzeiger